Raum für Kinder - Trägerverein Kleinwallstadt - Wolkenpurzler

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Unser spezielles pädagogisches Raumkonzept
Der Architekt Heiner Trenner entwickelte die Grundidee des Hauses als „kleines Dorf“, in dem jede Gruppe ihr eigenes Haus bewohnt.
Die spezielle Architektur unserer Einrichtung basiert auf dem pädagogischen Raumkonzept von Professor Mahlke, der dies ursprünglich für heilpädagogische Tagesstätten entwickelte.
Bei der Planung der einzelnen Gruppenräume entwickelte Herr Trenner die Grundidee und wurde unterstützt von Roland Hofherr, der seine Erfahrungen mit dem Mahlke-Raumkonzept mit einbrachte, und den jeweiligen Gruppenleiterinnen der Kita „Wolkenpurzler“.
Das Gebäude eines Kindergartens vereint immer unterschiedliche Lebensbereiche unter einem Dach, wie z.B. Spielen, Sich Begegnen, Essen, Ruhen oder Schlafen, Toben, Bewegen, Kuscheln, Trösten, Streiten, Lernen usw. Diese sind oftmals so unterschiedlich, dass sie sich gegenseitig sogar auszuschließen scheinen (z.B. Toben - Ruhen).

An den Kindergarten stellt sich also der Anspruch eines Lebensraumes, der:
- Spiel- und Bewegungsräume bietet, in denen Kinder in Gesellschaft anderer spielen und dabei soziale Verhaltensweisen erlernen können
- Rückzugs- und Erholungsmöglichkeiten bietet
- einen Ort der Begegnung und des Lernens darstellt, und zwar unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Altersstufen und Bedürfnissen seiner „Bewohner“

Dies erfordert eine gestaltbare und anregende Umgebung. Gerade deswegen kann Pädagogik und Raumgestaltung niemals getrennt gesehen werden (was auch folgendes Zitat verdeutlicht):

„Auf Dauer ist der Raum,
in dem das Leben seine Spuren hinterlassen kann,
ebenso elementar,
wie Wasser und Luft
für das menschliche Überleben“
                                                    (Ivan Illich)

Mit „Spuren“ sind hier nicht solche gemeint, die weggewischt werden können, wie Zeichnungen an der Tafel, sondern solche, die bleiben. Es sind auch keine Spuren der Zerstörung gemeint, sondern produktive Spuren (z. B. Veränderungen von Materialien und Einrichtungsgegenständen, stehen lassen von Gebautem und begonnenen Spielen).
Wer produktive Spuren hinterlassen darf, hat kein Bedürfnis zu zerstören!
Lässt man Kinder wählen, so suchen sie sich mit Vorliebe kleine Räume, die nicht ohne weiteres einsehbar sind, zum Spielen aus. Sie bauen sich aus Tischen und Decken Höhlen, verstecken sich hinter Sträuchern, kuscheln sich in kleine Nischen.... Diese Beobachtungen haben wir uns zunutze gemacht und den großen Raum in viele kleine Bereiche auf drei verschiedenen Ebenen aufgeteilt, die den Bedürfnissen der Kinder entsprechen.
Darüber hinaus wurde gemeinsam mit den Kindern im Flur eine lebendige Turnlandschaft gestaltet, in die nachmittags der Turnraum miteinbezogen werden kann.
Auch im Außenspielgelände wurden durch die gemeinsame Arbeit von Team und Eltern (Anpflanzen von Gebüsch, Erbauen von Kriechröhre, Kletterhügel etc.) Rückzugs- und Bewegungsmöglichkeiten geschaffen, die den Spielbereich nach dem bewährten Konzept der Inneneinrichtung gliedern:
Dieses pädagogische Raumteilverfahren fördert:

die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der Kinder

Die Raumgestaltung ist nicht vorrangig überschaubar und kontrollierbar, d.h., die Kinder treffen vermehrt selbst Entscheidungen, lösen Konflikte häufiger alleine und schmieden Pläne ohne die ständige Kontrolle von Erwachsenen.
Kinder brauchen Bewegung, aber auch Ruhe und Entspannung, und zwar jeweils zu seiner Zeit. Das spezielle Raumkonzept bietet beides; jedes Kind hat die Möglichkeit, bedürfnisorientiert zu wählen.

die Wahlfreiheit der Kinder

Durch die Aufteilung in viele verschiedene Spielbereiche ergeben sich vielfältige Betätigungsfelder und echte Rückzugsmöglichkeiten.

den Erfahrungsgewinn in konkreten Lebenssituationen

Das Raumteilverfahren ermöglicht uns ein Miteinbeziehen der Kinder in alle Bereiche, auch die der Alltagsbewältigung (z.B. Kochen, Werken, ...), anstatt sie für Kinder unerreichbar auszugliedern. Konkret bedeutet dies für die Kinder, dass sie vielfältige Erfahrungen selbst sammeln können, die ihnen sonst aus Sicherheitsgründen verwehrt werden, aber auch, dass sie den Umgang mit kalkulierbaren Gefahren lernen (wie z.B. Treppen steigen, Umgang mit heißen Herdplatten und echtem Werkzeug etc.)

die Kommunikation der Kinder untereinander

In kleineren Spiel- und Aufenthaltsbereichen wird das Gespräch dichter, weil die Konzentration leichter fällt, als in größeren Räumen.

Weitere Vorteile dieses speziellen Raumkonzepts:
  • Kinder bestimmen selbst über die Helligkeit in den einzelnen Spielbereichen durch Tücher, Vorhänge, Rollos und für sie erreichbare Lichtschalter
  • der Raum berücksichtigt die kindliche Perspektive: Er wird geprägt von niedrigen Decken und Fenstern in Kinderhöhe
  • die sichtbare Holzkonstruktion vermittelt den Kindern ein Gefühl der Sicherheit
  • echte Rückzugsmöglichkeiten schaffen Geborgenheit
  • die Kinder stören sich weniger gegenseitig, das Spiel wird dadurch intensiver
  • die Kinder können ihren Raum auch aus der Höhe, also dreidimensional, erleben
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